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Michelangelo


Michelangelos Kampf

Michelangelo war ein Heisssporn. Er stritt und kämpfte bei jeder Gelegenheit. Ein junger Bildhauer namens Torrignano beneidete Michelangelo schrecklich um seine Fähigkeit. Er war neidisch und Michelangelo seinerseits war voller Zorn. So kam es, dass der Neid und der Zorn miteinander kämpften. Im Verlauf des Kampfes schlug Torrignano Michelangelo erbarmungslos und brach ihm dabei die Nase. Michelangelos Nase blieb Zeit seines Lebens deformiert. Das Ergebnis war, dass Torrignano der Stadt verwiesen wurde.


Über Nacht getrickst

Michelangelo liebte es, den menschlichen Körper in seiner ursprünglichen Form zu verherrlichen, das heisst so naturnah wie möglich. Er hatte die Gewohnheit, seine Figuren so spärlich wie möglich zu bekleiden. Für sein "Jüngstes Gericht" wurde er von gewissen Moralisten gnadenlos angegriffen. Ein Würdenträger des Vatikan war der Ansicht, dass dieses spezielle Gemälde einer schockierenden und unaussprechlichen Erfahrung gleichkam. Um den armen Würdenträger zu beruhigen, nahm der unsterbliche Michelangelo einige Änderungen vor: er fügte Eselsohren und einen Schlangenschwanz hinzu! Der unsterbliche Künstler bewies, dass er über Nacht tricksen konnte.


Michelangelo und der Papst

Michelangelo und Papst Julius hatten die Angewohnheit, sich ständig zu streiten. Der Künstler sah sich regelmässig ausser Stande, den Wünschen oder Anordnungen des Papstes nachzukommen. Einmal bat der Papst Michelangelo, einige Figuren in Gold zu malen. Michelangelo sagte zu ihm: "Das geht nicht, Heilige können kein Gold tragen."

Der Papst erwiderte: "Warum nicht? Natürlich können Sie!"

Der Künstler gehorchte einfach nicht, doch dieses mal wollte Papst Julius nicht mit ihm kämpfen. Er war es leid, mit Michelangelo zu kämpfen, denn er wusste, dass Michelangelo ein Heisssporn war, ein unverbesserlicher Heisssporn. Also vergab er Michelangelo seine Ausbrüche und belohnte ihn für seine aussergewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten.

Hier wertschätzte der Papst die Kunst und ignorierte die Schwächen des Künstlers.


Rembrandts Affe

Der grosse Künstler Rembrandt war seinen Besitztümern aufs Äusserste verhaftet. Unter anderem besass er einen Affen als Haustier. Er war extrem vernarrt in diesen Affen und, oh je, als dieser starb, war er, gelinde gesagt, furchtbar traurig. Eine Zeit lang wurde er von einem starken Wunsch verfolgt. Er wollte irgendeine Art von Andenken an seinen Affen behalten.

Einmal kam ein Ehepaar in Rembrandts Atelier um portraitiert zu werden. Der Künstler leistete sehr gute Arbeit. Danach bettelte er, sie mögen ihm erlauben, aus dem Gedächtnis das Bild seines Haus-Affen in das Portrait zu malen. Das Ehepaar erwiderte: "Nein, das können Sie nicht tun. Wir wollen Ihren Affen nicht bei uns haben."

Aber Rembrandt bestand beharrlich darauf. Das Ehepaar liess sich nicht auf seinen Wunsch ein. Nichsdestotrotz malte er das Bild des Affen in das Portrait und das Ehepaar wurde wütend. Sie verliessen das Haus des Künstlers, ohne das Bild mitzunehmen.

Rembrandts Liebe für einen Affen überstieg also bei weitem seine Liebe für Ruhm, Ehre und Geldeskraft. Und dieses Gemälde war ihm Zeit seines Lebens lieb und teuer.

 

By: Sri Chinmoy

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