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Zuneigung und Einssein gehen Hand in Hand

Michelangelo war normalerweise abgeneigt, seine Skulpturen mit seinem Namenszug zu versehen. Aber im Fall seiner geliebten "Pieta" zwang er den Künstler in sich, das Werk zu signieren. Einmal kam eine grosse Zahl Fremder aus der Lombardei, um seine "Pieta" zu betrachten. Sie waren voller Anerkennung, von Bewunderung ergriffen. Einer von ihnen wollte wissen, wer der Bildhauer sei. Sofort antwortete ein anderer aus der Gruppe: "Wer könnte solch ein Wunder vollbringen ausser unserem Gabo von Mailand?"

Glücklicherweise oder unglücklicherweise war Michelangelo in diesem Moment anwesend. Eine überaus mächtige Traurigkeit quälte sein Wesen und er verfluchte die ignorante Welt. Eines nachts also, als kein Mensch in der Nähe seiner geliebten "Pieta" zu sehen war, schnitt er föhlich und stolz seinen Namen in das Werk. Er hatte das Gefühl, dass seine Zuneigung zu seiner unsterblichen Skulptur und sein unsterbliches Einssein mit ihr unbedingt Hand in Hand gehen müssten.

12 März 1980


Ein aussergewöhnliches Gerechtigkeits-Licht

Ein Kunstliebhaber namens Agnolo beauftragte Michelangelo mit einem speziellen Gemälde. Als Honorar waren siebzig Dukaten vereinbart. Als Michelangelo das Gemälde fertiggestellte, fühlte er darin einen riesigen Erfolg, und er sandte es per Bote zu Agnolos Haus. Agnolo sah das Gemälde und war aufs Äusserste entzückt. Doch urplötzlich ergriff ihn die Idee eines undenkbaren Betrugs. Er gab dem Boten für Michelangelo nur vierzig statt der siebzig Dukaten.

Als der Bote heimkehrte und Michelangelo die vierzig Dukaten gab, wurde der Künstler wütend. Er drückte dem Boten das Geld in die Hand um es Agnolo mit folgender Notiz zurückzubringen: "Ich kann einen verachtenswerten Lügner wie Ihr es seid nicht ertragen. Ich fordere mehr Geld als ursprünglich vereinbart, denn Ihr habt Euer Versprechen nicht eingehalten. Ihr müsst mir daher dreissig Dukaten zusätzlich zahlen."

Diesmal kam der Bote mit siebzig Dukaten von Agnolo zurück, was der ersten Vereinbarung entsprach. Michelangelos Wut erreichte ihren Höhepunkt. Er sagte: "Agnolo, da Ihr kein Mann mit Prinzipien seid, werde ich mit Euch auf unerdenkliche Art und Weise verfahren müssen. Ihr müsst mir einhundertundvierzig Dukaten schicken, also doppelt so viel wie ursprünglich vereinbart. Für den Lügner gibt es nur eine Medizin: ein aussergewöhnliches Gerechtigkeits-Licht!"

 

By: Sri Chinmoy

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