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Schönheit

Schönheit ist die Reinheit meines Körpers. Schönheit ist die Demut meiner Lebenskraft. Schönheit ist die Heiterkeit meines Verstandes. Schönheit ist die Großzügigkeit meines Herzens. Schönheit ist die Aufrichtigkeit meines Lebens.

Wenn ich als Sucher diese göttlichen Qualitäten entwickle, werde ich zur Schönheit selbst. Ein Kind ist schön, eine Blume ist schön, eine Flamme ist schön. Wenn ich ein kindliches Herz habe, spricht Gott zu mir. Wenn mein Leben zu einer Blume der Dankbarkeit wird, erhalte ich die Gelegenheit, mit Gott Sein universelles Lied zu singen. Wenn mein Leben zu einer aufsteigende Flamme erwächst, spiele ich mit Gott und nehme bewusst teil an Seinem kosmischen Spiel.

Schönheit ist im Geben. Schönheit ist im Empfangen. Schönheit ist im Geben und nur im Geben. Schönheit ist im Empfangen und nur im Empfangen. Wenn ich gebe, sehe ich, dass der Himmel schon durch meine Gabe und mein Selbstgeben lächelt, bevor ich überhaupt etwas gegeben habe. Wenn ich empfange, sehe ich, dass die Erde in mir und durch mich lächelt. Wenn ich gebe und gebe, sehe ich, dass sich in mir und durch mich Gott der göttliche Pilot der strebenden Menschheit schenkt. Wenn ich empfange und empfange, erkenne ich, dass Gott die unendliche Barmherzigkeit in mich eintritt und mein erdgebundenes Bewusstsein erweitert, um es schließlich in die himmelsfreie Wirklichkeit zu verwandeln. Wenn ich die Seele anrufe und mit der Seele einswerde, habe ich die Fähigkeit, zu Gottes erwählter Stunde die Quelle zu enthüllen. Dann habe ich meinen Brüdern und Schwestern in der Welt eine höchst bedeutsame Botschaft zu geben:

Vedaham etam purusam mahantam…

Ich habe dies Große Wesen erkannt, strahlend wie die Sonne jenseits der Grenzen tiefer Dunkelheit.

Wenn ich diese Fähigkeit erlangt habe, leuchtet meine eigene Seele von der strahlenden Schönheit dieses einen Großen Wesens. Wenn ich das Herz anrufe, mit dem Herz einswerde und versuche, der weiten Welt den Reichtum des Herzens zu schenken, sehe ich eine neue Schönheit in mir erwachsen und um mich herum fließen. Dann lautet meine Botschaft wie folgt:

Twameva mata pita twameva...

Du bist die Mutter.
Du bist der Vater.
Du bist der Freund.
Du bist der Kamerad.
Du bist Wissen.
Du bist Reichtum.
Du bist mein Ein und All.
Du bist mein Höchster Herr.

Diese Botschaft, die ich der Welt schenke, gründet sich auf das Einssein meines Herzens mit meinem Inneren Piloten. Dies ist das süßeste und gleichzeitig das überzeugendste Gefühl untrennbaren Einsseins mit dem Inneren Piloten. Wenn ich mein untrennbares Einssein mit meinem Inneren Piloten errichte, fühle ich Ihn als meine Mutter und meinen Vater der Ewigkeit: als meinen Freund und Kameraden seit unerdenklicher Zeit und als meinen Höchsten Herrn, mein Ein und All. Dies ist die Schönheit des Herzens, die ein Sucher hier auf der Erde verkörpert, enthüllt und manifestiert.
Wenn ich den Verstand anrufe und mit dem Verstand einswerde, verschenke ich den Reichtum des Verstandes kraft meines seelenvollen Gebets:

Aum bhur bhuvah svah . .

Dies ist das Gayatri-Mantra, das Gebet für den Verstand, für die Erleuchtung des Verstandes. Dies ist Indiens unvergleichliches Mantra, oder Anrufung. Alle anderen Mantren Indiens sind von diesem einen Mantra abgeleitet. Dies ist das erhabenste Gebet, das die indischen Seher der grauen Vorzeit verwirklicht und der strebenden Menschheit geschenkt haben. Wir haben die Schönheit bereits in der Seele, im Herzen und im Verstand entdeckt. Nun müssen wir die Schönheit noch im Vitalen (Yoga-Begriff, der in etwa „Lebenskraft“ bedeutet; d.Ü.) entdecken. Wenn im Vitalen Schönheit dämmert, werden wir energiegeladen, dynamisch, vorwärtsblickend und erfüllend. Wir beten dann zum Supreme, Er möge unserem Vitalen unendliche Kraft verleihen, göttliche Kraft, die Kraft, die errichtet, nicht die Kraft, die vernichtet, die Kraft, die uns stärkt, die Kraft, die das Vitale für die volle Manifestation des Göttlichen hier auf der Erde braucht. Die Botschaft göttlicher Kraft, die ich der Welt schenke, lautet wie folgt:

Tejo joh si tejo mayi dhehi…

Deinen feurigen Geist rufe ich an.
Deine männliche Stärke rufe ich an.
Deine Macht und Energie rufe ich an.
Deinen Schlachteszorn rufe ich an.
Deinen siegenden Geist rufe ich an.

Diese Stärke im Vitalen ist die Schönheit des Vitalen für die Manifestation Gottes hier auf der Erde. Ich versuche auch, das Körperbewusstsein anzurufen und mit dem strebsamen Körper einszuwerden, um die Schönheit im Körper zu entdecken. Darum bete ich zum Höchsten, Er möge mir gute Gesundheit und einen strebsamen Körper geben. Dies ist das Gebet meines Körpers:

Tach chaks ur debahitam …

Mögen wir hundert Herbste lang dieses prächtige, Gott befohlene Auge vor uns aufgehen sehen…

„Hundert Jahre“ bedeutet hier eine unendliche oder unbestimmte Zeitspanne. Wenn wir auf der Erde ein langes Leben der Strebsamkeit führen, dann können wir Gott verwirklichen, enthüllen und manifestieren. Wir brauchen ein langes Leben der Strebsamkeit, der Widmung, der Hingabe und der Überantwortung. Dies ist die Schönheit im Körper und für den Körper, für die Seele und für Gott, den Supreme. Wenn wir hier im Erdbewusstsein noch mehr Schönheit entdecken wollen, müssen wir uns klarmachen, was von wesentlicher Bedeutung ist und was nicht. Eine weitere höchst bedeutsame Botschaft der Seher der Upanischaden ist diese:

Neti neti

Nicht dies, nicht jenes.

Unwissenheit, nein! Dunkelheit, nein! Knechtschaft, nein! Begrenztheit, Unvollkommenheit, nein! Wir brauchen sie nicht. Wir brauchen Glaube, Mut, Demut, Reinheit, Aufrichtigkeit und alle anderen göttlichen Qualitäten. Wir entsagen den unerleuchteten Teilen unseres Wesens und rufen die erleuchteten an, das Bewusstsein, das erleuchtet ist. Nicht dies, nicht die Unwissenheit, welche wir derzeit ganz als unser eigen beanspruchen und welche uns ganz als ihr eigen beansprucht, sondern Licht, das Licht, das uns ganz als sein eigen beansprucht und das Licht, welches wir einmal ganz als unser eigen beanspruchen werden.

Es gibt auch eine Höchste Schönheit. Die Höchste Schönheit ist in unserem bewussten, untrennbaren Einssein mit dem Höchsten, dem Supreme. Diese Höchste Schönheit entdecken wir kraft unseres bewussten, unablässigen und bedingungslosen Selbstgebens. Wenn wir es wagen, zu äußern „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe“, dann können wir auch erklären „Ich und mein Vater sind eins.“ Wenn wir aufrichtig sagen „Dein Wille geschehe“, dann enthüllt sich die Höchste Schönheit in uns und durch uns. Und wenn wir sagen „Ich und mein Vater sind eins“, dann findet die Höchste Schönheit hier und jetzt ihre vollständige Manifestation auf Erden.
Ich habe einen kurzen Vortrag zum Thema Schönheit gehalten. Meine Schüler und ich werden nun ein bengalisches Lied singen, das von der Schönheit handelt.

Hier folgt eine Übersetzung des Liedes, das Sri Chinmoy und seine Schüler vortrugen, Text und Melodie von Sri Chinmoy.

Sundara hate sundaa tumi
Nandana bana majhe…

Du bist schön, schöner, am schönsten, Unerreichte Schönheit in Paradieses Garten.
Möge Dein Bild durch Tage und Nächte
in den Tiefen meines Herzens wohnen.
Ohne Dich sind meine Augen blind,
Alles Trugbild und leer.
Um mich herum, innen wie außen
erschallt die Melodie dunklen Lärms.
Meine Welt ist erfüllt von ohrenbetäubendem Lärm.
Oh Herr, oh mein schöner Herr,
Oh mein Herr der Schönheit, möge ich in diesem Leben
gesegnet werden mit dem Anblick Deines Antlitzes,
und sei es nur für einen flüchtigen Moment.


April 23, 1974, 9:30 a.m.
University of Montana
The Student Center-Montana Rooms
Missoula, Montana

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